Wie ist der Plan?

Marokko mit Hilux und Dachzelt. Wie macht "man" das eigentlich? Wir lernen und sind völlig erstaunt, dass wir es nicht längst wussten, Marokko ist Camperland. Im ganzen Land gibt es Campingplätze, überall, besonders in den etwas einsameren Gegenden kann man problemlos wild stehen. Klingt perfekt! Wo ist der Haken? Wir werden es erleben ...

 

Wie kommen wir nach Marokko? Fahren, ist ja klar und "Fähren". Bis nach Gibraltar ist mächtig weit, spätestens nach der Wüstenküstenroute durch Peru eigentlich kein Problem mehr, aber schade um die Zeit. Fähre von Genua nach Tanger ist die Lösung, die Buchung eine mehrstündige ätzende Katastrophe: mehrfach die Fähre ausgewählt, alle Häkchen zig mal an die richtige Stelle gesetzt, alle Personendaten samt Reisepassnummer diverse Male eingegeben und keine unserer Kreditkarten funktioniert im allerletzten Buchungsschritt. Kabinen auf der zweitägigen Fähre werden immer knapper, Fähren gibt es nicht so viele, als dass wir nicht auf einen konkreten Tag angewiesen wären - ich kriege einen Nervenzusammenbruch, Hans ruft die italienische Firma an. Italienisch ist nicht in unserem Sprachenrepertoire, er managt den Anfang auf Englisch, doch die Frau spricht besser Deutsch. Ab da bin ich wieder dran, weil ich inzwischen gut auswendig gelernt habe, was wir wollen und brauchen. Nach einer weiteren Stunde Datendurchgabe und siebenfacher Rückversicherung, ob sie alle Zahlen und Namen richtig verstanden hat, haben wir eine Fähre von Genua nach Tanger für Juli gebucht - eine Dreibettkabine, weil es keine Vierbettkabine mehr gab, und einen Schlafsessel irgendwo an Bord. Nicht ganz befriedigend, aber zu dem Zeitpunkt wollte Liska eh noch nach Kroatien fahren, könnte also reichen mit den drei Betten und wer zu viert im Dachzelt schläft, kommt auch mit drei Betten an Bord aus. Wir bleiben entspannt, müssen aber über uns selbst lachen.

 

Vier Wochen Marokko ist defintiv zu kurz. Nach Südamerika haben wir gelernt, dass es eine coole Idee sein kann, sein Auto einfach irgendwo stehen zu lassen und zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen. Leider finden wir schnell raus, dass ein eingeführtes Auto innerhalb eines Jahres nur sechs Monate im Land bleiben darf. Das limitiert uns auf Sommer- und Herbstferien, eine bessere Lösung finden wir trotz aller Kreativität nicht.

Das Auto nach vier Wochen im Sommer in Marokko zu lassen, ist bis heute eine nur vage gelöste Herausforderung. Alle Reiseführer enden mit der Einfuhr und schreiben klar und deutlich, dass das Auto bei der Einreise in den Pass eingetragen werde und man das Land nur mit Auto wieder verlassen darf. Alle Foren, insbesondere das von Weltreisenden, stellt die Situation anders da, nur leider auch immmer wieder anders. Die vertrauenswürdigste Auskunft, die wir finden, Auto in Marrakesch am Flughafen beim Zoll abgeben und versiegeln lassen, dort das Auto aus den Pässen austragen lassen, nach Hause fliegen und bei der Wiedereinreise wieder abholen. Klingt einfach, könnte in der konkreten Stunde spannend werden.  An anderer Stelle finden wir, dass alles nicht mehr so streng ist, dass man das Auto auch problemlos innerhalb dieser sechs Monate auf einem Campingplatz stehen lassen könne. Wir sind inzwischen sicher, dass wir irgendwie das Thema erfolgreich lösen werden. Fragt sich halt, wie viel Zeit wir uns am Ende des ersten Reiseteils dafür nehmen wollen. Da die Flüge von und nach Marrakesch gute und günstige Verbindungen sind, verwerfen wir die Idee, das Auto in einen der spanischen Orten auf marokkanischem Land in der Nähe von Tanger auszuführen, und von Tanger zurückzufliegen, passt auch nicht zu unserer Reiseroute. Auch deswegen bringen wir das Auto nicht einfach über die Straße von Gibraltar auf europäischen Boden, zumal wir auch da ja erst einmal spontan eine geeignete Abstellmöglichkeit finden müssten.

 

Also, wie sieht der Plan nun aus? Wir fahren im Juli mit dem Auto nach Genua (so Corona will), fahren mit der Fähre nach Tanger, reisen vier Wochen durch Marokko, stellen vollkommen entspannt das Auto in Marrakesch beim Zoll ab, fliegen im August nach Hause und zu Beginn der Herbstferien zurück nach Marrakesch, holen unser Auto beim Zoll wieder ab, setzen unsere Reise durch Marokko fort und fahren durch Spanien und Frankreich zügig nach Hause. Logisch, oder?