Ankunft in Riyadh

das Reiseteam im Kreis der Sonne
das Reiseteam im Kreis der Sonne

Nachdem der Abflug in Düsseldorf um 55 Minuten nach hinten verschoben war, war klar, der Anschluss in Istanbul wird knapp. In der Schlange am Check-In, wo wir nur noch unsere sieben Taschen abgeben wollen, buchen wir auf einen späteren Weiterflug um, mit dem wir am Ende morgens um 5.30 Uhr Saudizeit in Riyadh landen. Einreise total entspannt, der Saudi hat genauso viel Spaß wie ich, dass ich die Glasscheibe vom Fingerabdruckgerät fast zerdrücke und das Ding sie trotzdem nicht nimmt. Bei Hans gibt er sich mit zwei Fingern zufrieden und verzichtet auch aufs Foto. Alle sieben Taschen kommen recht zügig, die Mietwagenstationen finden wir ohne Probleme. Gebucht: Toyota Hilux. Aber der freundliche Saudi sagt, den gibt es nicht, genauso wenig ein anderes 4WD Fahrzeug. Wir bleiben konsequent, wir bräuchten zwingend ein 4WD, der Saudi bleibt konsequent freundlich und besorgt uns beim Kollegen von budget nebenan einen Toyota Highlander Hybrid. Nicht das, was wir wollten, aber wohl die beste Lösung. Fraglich, was der Wagen kann. So eben passt all unser Zeug rein und wir auch noch. Gegen 8 Uhr erreichen wir pünktlich zum Frühstück unser Hotel. Eigentlich sind wir totmüde, doch das arabische Buffet wollen wir uns nicht entgehen lassen. Nach drei Stunden Schlaf erobern wir Riyadh, allerdings nur das historische Viertel dieser 8 Millionenmetropole.

Am Nationalmuseum fließt draußen ein künstlicher Fluss, gestaltet als Kunstwerk durch einen kleinen Park, wo die Saudis picknicken, auch wir trinken dort nach kleinem Spaziergang einen Kaffee. 

Ins Museum heute am ersten Tag wollen wir nicht und landen dann doch drin. Eintritt frei, nur mal gucken. Und dann haben wir echt viel Spaß in diesem tollen Museum, kommen in Kontakt mit mehreren arabischen Frauen, von denen wir nichts außer ihren Augen sehen und die uns mit ihrer Energie und Freundlichkeit, ihrem guten Englisch in ihren Bann ziehen, so dass wir an mehreren Aktionen teilnehmen, die vermutlich für Kinder gedacht sind. Wir kleben in Goldfolienquadraten die arabischen Anfangsbuchstaben unserer Vornamen, basteln arabische Wörter, puzzlen ein Riesenpuzzle und haben einfach viel Spaß. 

Anschließend fahren wir ein Stück weiter, finden uns wieder zwischen Plätzen, Moscheen, Palästen und Suq, bummeln überall durch und herum und haben irgendwann Hunger.

In einem sehr authentischen Restaurant findet sich ein Englisch sprechender vermutlich pakistanischer Mitarbeiter, der uns in der arabischen Karte, die er nach unserem Gefühl von hinten nach vorne durchblättert, dies und das empfiehlt und uns schließlich eine Auswahl von Steinschalen mit kochenden und dampfenden Gerichten bringt. Die Araber matschen alles in der rechten Hand zusammen und stecken es in den Mund, wobei die Hälfte wieder rausfällt. Wir freuen uns sehr über die Plastiklöffel und -teller, die unser aufmerksamer Kellner uns bringt. Alles schmeckt hervorragend, gut gewürzt, nicht zu scharf und endlich mal satt. In erster Linie ist unser Pakistani aber begeistert von uns und freut sich sehr, uns Außerirdische getroffen zu haben. Am Ende bekommt er Liskas Instaadresse. Als wir fertig sind, spricht uns vom Nebentisch ein Araber an, der mit Frau und Kleinkind dort isst, auf Deutsch an. Er kann sein Glück gar nicht fassen, uns zu treffen. Er hat in München studiert und hält sich gerade mit seiner Familie hier auf, um Geld zu sparen. Er bietet uns all seine Hilfe an, wir tauschen Kontakte, sein Name ist Latif und er scherzt: Superlatif.

Nach dem Essen bummeln wir noch ein bisschen durch den Suq und Lasse stellt fest, dass diese Reise mal wieder enorm dazu beitragen wird, Vorurteile abzubauen.

Was ein intensiver Einstieg in diese Reise in ein völlig unbekanntes Land!