11. Januar 2026
Ein letztes Frühstück, bei dem ich zum Glück meinen Teller und meine Tasse selbst tragen darf. Beim Auschecken spricht uns ein deutscher Mann an, möchte mit uns ins Gespräch kommen und irgendwie fällt es ihm schwer. Dann erfahren wir, er und seine Frau sind hier, weil ihr Sohn bei der Rallye Dakar mitfährt, Motorrad, in einem niederländischen Team. Ein Traum des Sohnes geht in Erfüllung, die Eltern können es kaum aushalten. Ihre Angst ist zum Greifen spürbar. Die heutige Etappe 1000...
10. Januar 2026
Unser letzter Tag. Beim Frühstück macht sich meine zunehmende Aggression breit gegen die Zweiklassengesellschaft, die eigentlich mindestens eine Dreiklassengesellschaft ist: saudische Männer, dann lange nichts, dann saudische Frauen, dann Pakistani bzw Gastarbeiter aus verschiedenen Ländern. Ständig will mir einer der im Service Angestellten meine Tasse und meinen Teller tragen. Ja, meine Kaffeetasse ist sehr voll, weil immer noch Milch rein muss, ABER ich kann meine Tasse trotzdem alleine...
09. Januar 2026
Liska bekommt ihren knappen Anschluss in Athen und erreicht Zürich in time - ihre Tasche leider nicht, der anschließende organisatorische Aufwand ist groß und beschäftigt auch uns über den Tag immer mal wieder. Wir genießen morgens zu dritt ausgiebig und lange das Frühstück und fahren anschließend nach Diriyah, wo die Ursprünge des saudischen Reiches liegen. Deswegen wird es auch im Rahmen von Vision 2030 gehypt und massiv erweitert, erneuert, restauriert. Es ist einer alten Lehmstadt...
09. Januar 2026
Morgens genießen wir ausgiebig das Frühstück im Hotel. Liska packt und anschließend ziehen wir los - zu Fuß, das Auto hat frei. Wir wohnen in Al Oyala, ein ganzes Stück weiter nördlich als vor drei Wochen, nahe am Kingdom Tower und der damit verbundenen Mall. Liska wünscht sich zum Abschluss eine Turmaussicht, weswegen unser erstes Ziel eben dieser Kingdom Tower ist. Die Mall ist mehr oder weniger Baustelle, trotzdem schick anzusehen und nicht unser Ziel. Wir finden raus, wie man die...
08. Januar 2026
Die Fahrt nach Riyadh ist zunächst recht entspannt. Wir merken deutlich, dass alles ordentlicher, sauber, wohlständiger wird - und allmählich großstädtischer. Auch der Verkehr. Liska navigiert Hans durch den alltäglichen Wahnsinn arabischer Verkehrsführung, arabischer Verkehrsvorschläge, denn von Regeln kann man hier kaum sprechen, und arabischer Fahrstile, die Suizidkommandos gleichen. Hans und Liska haben meinen vollsten Respekt, ich sterbe auf der Rückbank. Fünf bis acht Spuren in...
08. Januar 2026
Den Rest des Vormittags chillen wir mehr oder weniger. Wir haben Zeit, sitzen lange mit Martin und Maria zusammen, überlegen, planen, wie wir weitermachen, wo wir die nächste Nacht verbringen, was wir noch sehen wollen. Lasse möchte auf keinen Fall noch eine Nacht so exponiert stehen, gleichzeitig finden wir nicht so richtig eine Alternative. Morgen müssen wir zurück nach Riyadh und Liska in der Nacht zum Flughafen bringen. Da werden wir wohl nochmal im Hotel übernachten, allein schon,...
08. Januar 2026
Morgens um 7 Uhr laufe ich mit Liska erneut zur Edge. Niemand außer uns und der Polizei ist in der Nähe. Die Sonne ist bereits aufgegangen, so dass ein Teil der Weite, der Klippe, der Felsen bereits in Licht getaucht ist. Es ist unglaublich still. Liska läuft allein auf einen dieser markanten gigantischen Türme über dem Abgrund, ich bleibe zum Fotografieren auf der gegenüberliegenden Seite. Unfassbar wieviel eindrucksvoller die Dimension des Ganzen erkennbar wird, wie winzig Liska in...
07. Januar 2026
Nach der viel versprechenden WhatsApp von Maria kommen die Lebensgeister zurück. Wir kaufen schnell noch Wasser ein, hätten gern Gemüse, aber außer Tomaten und Zwiebeln gibt es nichts. Schließlich biegen wir Richtung Sadus ab und kurz vor der Stadt steht ein Schild, das nach rechts weist: New Road to Edge of the World. Schild, Straßen und Google Maps verwirren uns, doch wir erreichen ein graues Schotterband, das sich durch die hier braune Wüste zieht. Wir fahren genau der tiefstehenden...
07. Januar 2026
Die Nacht ist saukalt, es stürmt durchgehend und wir werden von Sand bestäubt wach. In einer windgeschützten Ecke zwischen dicken Felsen, wo die wärmende Sonne uns trotzdem erreicht, frühstücken wir. Danach beginnt der "mal eben noch da hoch" Aufstieg auf den dicken Felsen, der sich als wesentlich steiler, wesentlich höher und an manchen Stellen wesentlich schwieriger gestaltet, als "mal eben" gedacht. Es wird eine 3,5 free solo, wobei das Hochsteigen und -klettern Spaß machen, wenn ich...
06. Januar 2026
Hans und ich sind früh auf und genießen den Morgen mit Kaffee und Blick in den Krater. Ich könnte gut noch einen Tag und eine Nacht bleiben, aber wir entscheiden uns, weiterzufahren. Am Parkplatz lernen wir jedoch erst noch Martin und Maria aus der Schweiz kennen, die seit sechs Monaten mit ihrem Bimobil unterwegs sind. Wir fragen die beiden, ob sie wissen, ob die Angabe unseres Reiseführers stimmt, dass man ohne einen Geländewagen nur bis 18 Kilometer vor Edge of the World fahren kann....

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