
Ein Stück weiter durch die Berge geschraubt, finden wir einen sehr künstlich angelegten Picknickpark, wo wir im Schatten Nudeln mit Tomatensauce kochen. Auch wenn es ewig dauert, bis das Wasser kocht, schmeckt es am Ende unfassbar gut.
Danach beginnt erneut das Drama, in den Bergen einen Übernachtungsplatz zu finden. Hans hatte schon mal Ausschau gehalten und wir finden einen möglichen Aphaltplatz so oberhalb von der Straße, dass es okay ist. Trotzdem fahren wir nochmal weiter, um zu schauen, ob es im Flussbett schöner ist. Erstmal erneut durch eine Kontrollstation, dann wieder zurück, bis wir eine Zufahrt finden. Wir folgen einem fahrbaren Weg und sehen schon von Ferne einen Hilux stehen, um den herum fünf kleine Mädchen, die in ihren roten Kleidern und mit ihren schwarzen Zöpfen alle gleich aussehen, spielen. Eine schwarz verschleierte Frau dabei, und ein alter Mann mit Tuch und Ring auf dem Kopf und dem berühmten Dolch am Gürtel spricht und schreit uns auf Arabisch an, sagt (vermutlich) immer und immer wieder dasselbe, als würde er meinen, wenn er immer lauter dasselbe sagt, werden wir ihn irgendwann verstehen. Er hat das Auto im Sand festgefahren. Hans holt unseren Spaten und gräbt ihn wieder aus. Wir laufen weiter das Flussbett entlang mit dem Ziel, einen Übernachtungsplatz zu finden. Stehendes Gewässer an einer Stelle erhöht die Angst vor Moskitos und Malaria. Dennoch finden wir ein Plätzchen, enden aber erstmal bei der von Hans geborgenen Familie an der Picknickdecke bei Kaffee, Datteln und Gebäck. Mit Hilfe unseres Arabisch-Deutschen-Bilderwörterbuches versuchen wir zumindest mal ein paar Dinge zu kommunizieren, aber es bleibt schwierig. Die Frau darf offensichtlich nichts, der Mann scheint auch das Arabisch nicht lesen zu können. Eine weitere skurrile Begegnung. Hans zeigt ein Foto von unseren Zelten und die Frau verbietet uns quasi mit tötenden Blicken, im Flussbett zu übernachten, weil es viel zu gefährlich sei, weil das Wasser plötzlich ansteigen könnte. Obwohl weit und breit kein Regen in Sicht ist, trauen wir uns nun doch nicht und fahren zurück zu unserem erhöhten Asphaltplatz, neben dem inzwischen eine ganze Kamelherde samt Kameltreibern steht. Die Kamele schreien, die Affen schreien und der Jemen ganz nah - wir fühlen uns voll sicher. In gemütlicher Runde trinken wir noch selbst gemischtes alkoholfreies Radler und lassen diesen verrückten Tag noch zigmal Revue passieren.
