Route über Fayfa

Haus von Petrosilius Zwackelmann
Haus von Petrosilius Zwackelmann

Morgens bekommen wir noch den Tipp von Abdullah auf den Jebel Asaud zu fahren, wo wir zahlreiche Affen"banden" sehen und oben eine tolle Aussicht über die Berge haben. Obwohl wir bis hinter das Wadi Lajab wieder zurück fahren und erneut die Kontrollen passieren müssen, wollen wir die angepriesene schöne Route über Fayfa fahren. Wir schrauben uns die Kurven rauf und runter, haben spektakuläre Blicke, immer wieder Kamele und Affen. Der Plan ist, in Fayfa oder kurz dahinter einen schönen Platz zu finden und zu kochen. Liska fährt die super enge, im Grunde wegen der Steilheit in den Spitzkehren einspurige Straße in den Ort, der sich über Kilometer den Berg hochzieht, ohne zwischen all den Arabern die Nerven endgültig zu verlieren. Ich wäre gestorben. An einer Stelle steigen wir aus, weil man einen guten Blick über die terrassierten, grünen Berge hat und machen ein paar Fotos. Wir sind noch weniger Kilometer vom Jemen entfernt als vorher.

Plötzlich hält bei uns ein Auto, ein Araber spricht uns auf Englisch an und lädt uns in sein Haus ein. Wir kapieren, er wohnt ein kleines Stück zurück an der höchsten Stelle von Fayfa in einem Turmgebäude. Wir wenden an einer Stelle, wo es kaum geht, fahren hinter ihm her und sind gespannt, welches Abenteuer uns diesmal erwartet. Zu Fuß folgen wir ihm die steile Auffahrt zu seinem Eingangstor hinauf, dahinter ein Gebäude, das aus einem niedrigen, einem mittleren und einem sehr hohen Turm besteht - und alles sieht noch nach Baustelle aus. Wir steigen über eine Treppe hoch zur Haustür und ich habe das Gefühl, zu Besuch bei Petrosilius Zwackelmann zu sein. Das Gefühl bleibt, obwohl wir uns drinnen in einem Rohbau befinden. Recht schnell wird klar, bei dieser Einladung wird es nichts zu essen geben. Lediglich in einem Teil hat er eine Sammlung von altem Zeug, die er uns stolz zeigt.

Er ist Architekt und baut an diesem Haus seit 25 Jahren, macht alles selbst. Wir steigen durch das fertige Treppenhaus Etage für Etage höher. Eine ist mehr oder weniger komplett arabisch eingerichtet, wir verstehen plötzlich, es wird irgendwie ein Hotel. Stolz zeigt er uns zahlreiche Details. So haben Zimmer Fenster in den Ecken, so dass man in drei Täler gleichzeitig schauen kann. Weiter oben sind zahlreiche Terrassen magisch versetzt übereinander angelegt und alle mit goldenen Säulengeländern verziert (und gesichert). Es dauert ewig, bis wir oben ankommen, uns zum arabischen Kaffee mit Datteln zusammensetzen und die wirklich tolle Aussicht zu genießen. Er erzählt und fragt dies und das, insbesondere Hans auch. Es ist schon wieder eine völlig abgedrehte Erfahrung. Er bietet Hans ein gemeinsames business an: er baut und stellt das Hotel, wir beschaffen die Gäste. Well ...

Nach dem dritten Kaffee steigen wir von Petrosilius Zwackelmanns Schloss wieder runter, machen noch diverse Fotos, bedanken uns 1000x und gehen zum Auto. Gegenüber winkt uns ein Ehepaar freundlich zu. Schnell weg, für heute haben wir genug Einladungen und immer noch HUNGER!