Von Jazan zurück in die Berge

Kunst in Abha
Kunst in Abha

Das Frühstück im Hotel ist gigantisch und es ist wirklich schade, dass Hunger begrenzt ist, so dass wir nicht alles probieren können. Hinzu kommt, dass wir eigentlich von gestern Abend noch satt sind.


Wir verlassen Jazan und steuern wieder die Berge an. Es geht zurück ins Asirgebirge nach Abha. Im Reiseführer klingt die Stadt auf 2300m Höhe interessant und vielseitig. In unserer Realität ist es ziemlich ausgestorben, die riesige Flagge über dem zentralen Platz fehlt, der Emirpalast ist schick und mehr auch nicht, das Museum is closed for construction you can come back in a year, aber die Toilette dürfen wir nutzen. Der Dienstagsmarkt ist closed, obwohl sogar Dienstag ist. Die belebte Gegend ist unbelebt, kleine Restaurants und Cafés aber sehr, sehr ordentlich und weit schicker als alles, was wir bisher gesehen haben. Hans und Lasse freuen sich über Shawarma, Liska und ich uns über Falafel in einem unglaublich netten Café, wo die jungen vermutlich Besitzer sich ohne gemeinsame Sprache unglaublich um uns bemühen. Die Künstlerstraße weist zwar die Jacarandabäume auf, von Kunst ist hingegen nicht viel zu sehen.


Wir fahren weiter und die wirklich schöne Strecke bleibt auf der Höhe, so dass wir zum einen die ganze Zeit eine tolle Aussicht über die Berge haben, zum anderen durch viele Orte kommen, in denen immer wieder alte Lehmhäuser auftauchen und ein bisschen Ursprung zeigen. Hier in der Gegend hatte auch jeder Ort seinen Turm, um von dort nach Gefahr Ausschau halten zu können. Auch von diesen Türmen stehen noch zahlreiche.


Als Übernachtungsplatz wählen wir beim Overlander eine Stelle, an der es Felsen und ein Klettergebiet gibt und wir erreichen einen wirklich schönen Ort, der eine riesige Kapazität an Stellplätzen unter Bäumen, leicht grasigem Untergrund und Blick auf schöne Felsen hat. Wir sind dort allein mit Eseln, Katzen und Affen. Liska und Lasse hängen schnell in der ersten Wand.

Plötzlich erreicht ein gelber Camper mit europäischem Nummernschild den Platz und wir lernen Luka und Rahel aus der Schweiz kennen, die seit acht Monaten unterwegs sind und sich auf abenteuerlicher Strecke auf dem Landweg hierher durchgeschlagen haben und auch noch einiges Spektakuläres vorhaben. Mit ihnen verbringen wir einen sehr, sehr netten Abend am Lagerfeuer und tauschen Geschichten, Erfahrungen, Erlebnisse, Planungen intensiv aus. Es ist immer wieder schön, wie vertraut die gemeinsame Sprache Reisender ist. So lange wie heute waren wir noch an keinem Abend auf. Doch auch heute wird es irgendwann zu kalt und alles Holz ist verbrannt, so dass wir in die Schlafsäcke krabbeln müssen.