Wunderbarer Morgen an der Kante

Liska auf dem Turm
Liska auf dem Turm

Morgens um 7 Uhr laufe ich mit Liska erneut zur Edge. Niemand außer uns und der Polizei ist in der Nähe. Die Sonne ist bereits aufgegangen, so dass ein Teil der Weite, der Klippe, der Felsen bereits in Licht getaucht ist. Es ist unglaublich still. Liska läuft allein auf einen dieser markanten gigantischen Türme über dem Abgrund, ich bleibe zum Fotografieren auf der gegenüberliegenden Seite. Unfassbar wieviel eindrucksvoller die Dimension des Ganzen erkennbar wird, wie winzig Liska in Erscheinung tritt. Als sie auf diesem Turm steht, kann ich sie kaum erkennen, aber es ist so leise, dass wir problemlos miteinander sprechen können. Wir treffen wieder zusammen, sitzen, schauen, staunen, lassen uns beeindrucken, wandern und klettern weiter. Ganz in der Ferne erkennen wir unser Lager, winzig oben auf der Kante, an einer anderen Stelle der kilometerlangen Klippe. Und nur wir. Keine anderen Menschen. Auf dem Weg zu einer anderen Erhebung, einer Nase direkt am Rand kommen wir nochmal an diesen Türmen vorbei. Gestern Abend habe gesagt, da würde ich nie draufklettern. Doch jetzt reizt es und es ist weit harmloser, als es aus der Ferne aussieht. Ich freue mich sehr, nun doch auch hier oben zu stehen. Wir sind lange unterwegs, rauf, runter, immer wieder ein bisschen anders die Sicht. Das Licht ist schön, auch wenn es noch eine ganze Menge Schatten gibt, das Abendlicht ist wärmer, macht die Farben intensiver, aber diese Zeit zu zweit, so klein in dieser Unendlichkeit, in dieser Dimension hat etwas ganz Besonderes. Irgendwann sind wir satt, können gut zurückgehen zu unserem Basislager und mit Hans und Lasse frühstücken. Leider ist der Kaffee alle und der neu gekaufte spurlos verschwunden. Bitter. Wir trinken Tee.