Diriyah, Shawarma und Air Force

Blick auf den Königspalast in Al Turaif
Blick auf den Königspalast in Al Turaif

Liska bekommt ihren knappen Anschluss in Athen und erreicht Zürich in time - ihre Tasche leider nicht, der anschließende organisatorische Aufwand ist groß und beschäftigt auch uns über den Tag immer mal wieder.


Wir genießen morgens zu dritt ausgiebig und lange das Frühstück und fahren anschließend nach Diriyah, wo die Ursprünge des saudischen Reiches liegen. Deswegen wird es auch im Rahmen von Vision 2030 gehypt und massiv erweitert, erneuert, restauriert. Es ist einer alten Lehmstadt nachempfunden, von der alten standen noch Ruinen. Es ist durchaus schön - und gleichzeitig halt nicht echt. Der alte königliche Bezirk Al Turaif ist noch authentischer, der gesamte Zugangsbereich allerdings bereits künstlich und mega schick, vorbereitet für gigantische Touristenmengen. Bis jetzt ist es noch umsonst, wir mussten lediglich online Tickets buchen. Zwischen Disneyland und Authentizität bleiben wir in einer ambivalenten Schwebe. Es ist nett gemacht und gleichzeitig zu sehr Disneyland.


Zur Hungerzeit fahren wir von unserem Parkplatz zum Shawarmahouse - fast food. Eigentlich hätten wir zu Fuß gehen wollen, aber es gab keine Chance die Straße zu überqueren. Also längerer Umweg mit dem Auto bis zum nächsten U-Turn, um auf die andere Seite zu kommen. Shawarmahouse ist ein gigantischer Laden und wer sich jemals wie ich bei Subway aufgeregt hat über die 46 zu treffenden Entscheidungen "which bread" "length?" Mit oder ohne dies, dies, dies und dies und das und das und das und welche Sauce, die, die, die, die oder die. ... der ahnt, wie es uns in diesem Shawarmahouse erging. An drei Schaltern konnte man ordern, an sieben weiteren Schaltern jeweils das fine tuning der unterschiedlichen bestellten Nahrungsteile abstimmen und zubereiten lassen. Hinter den sieben Schaltern, die jeweils eine Glastheke hatten, war eine gigantische Küche und insgesamt liefen da sicherlich 100 Menschen rum, die sich irgendwie und irgendwo um irgendein item irgendeiner Bestellung kümmerten - oder auch nur hin- und herliefen ohne erkennbaren Sinn. Entsprechende Lautstärke. Ohne ein einziges gemeinsames Wort war es schwierig und hat etwas gedauert. Am Ende waren wir satt, auch wenn die Hälfte von Lasses Shawarmabox ungenießbar scharf war.


Anschließend schaffen wir noch das Air Force Museum mit vielen Flugzeugen drinnen und draußen. Leider sind die Simulatoren nicht in Betrieb. Lasse wäre gern geflogen.


Den ersten Tag ohne Liska und unseren zweiten Touritag in Riyadh haben wir erfolgreich gemeistert, auch wenn wir uns die Frage stellen, warum wir eigentlich nicht gleichzeitig mit Liska nach Hause geflogen sind. Vermutlich liegt es einerseits daran, dass lange nicht klar war, ob Liska vom gleichen Airport zurückfliegt wie wir. Wir hatten mal überlegt, dass wir drei am Ende das Auto ohne sie durch die Wüste fahren, damit wir in Summe eine größere Runde schaffen. Und wir wollten gern volle drei Wochen haben. Jetzt hätten wir gut auch nach Hause fliegen können, aber der Tag heute hat sich durchaus auch noch gelohnt.